WETTBEWERB
EV. KIRCHENGEMEINDE METTLACH-PERL

NEUBAU VON GEMEINDERÄUMEN UND EINER WOHNEINHEIT

Die ortsbildprägende Bestandskirche von Prof. Günther Mönke und die in unmittelbarer Nähe befindliche Stahlhängebrücke über die Saar bilden ein denkmalgeschütztes Ensemble, in das sich der Neubau harmonisch einfügt. Gleichzeitig ist er im Straßenraum als eigenständige Adresse wahrnehmbar und führt verschiedene Gemeindeaktivitäten und -funktionen sowie eine Wohneinheit an einem Standort zusammen.

Projektart: Wettbewerb
Auslober: Ev. Kirchengemeinde Mettlach-Perl
Ort: Mettlach
Zeitraum: 2021

Der Baukörper definiert den klaren räumlichen Abschluss des Kirchenstandorts zur benachbarten Wohnbebauung. Die Kubatur des Baukörpers orientiert sich am Kirchenbau und ordnet sich somit den raumbildenden Kanten des Kirchenraums und der zeltförmigen Dachhaut unter, greift durch den klaren Gebäudeduktus allerdings die Formensprache des bestehenden Eingangs auf. Klare Wechsel zwischen transparenten und massiven Bauteilen gliedern den horizontalen Riegel und machen unterschiedliche Funktionen von außen ablesbar. Zwischen der Kirche und dem Riegel wird ein offener Raum aufgespannt, der vielfältige Blickbeziehungen zwischen Brücke, Kirche und Neubau ermöglicht.

 

Aus der Kirche und ihrem Eingangsbereich sowie den bestehenden Stützwänden werden für die Gestaltung des Neubaus zwei Hauptmaterialien für die Fassadengestaltung abgeleitet: Beton und Kupfer. Die massiven Wandscheiben werden als kerngedämmtes Wandsystem aus Stahlbeton-Fertigteilen vorgesehen, wobei die glatten Betonoberflächen, Innen sowie Außen, sichtbar bleiben.

 

 

Im Bereich der raumhohen Verglasungen werden die Attika und Fensterstürze, genau wie die massiven Bauteile des bestehenden Kircheneingangs und der umliegenden Stützwände, aus Waschbeton ausgeführt. Hierdurch wird zum einen der Bezug im Material zum Bestand hin hergestellt, zum anderen wird die horizontale Grundform des Riegels vertikal gegliedert und die unterschiedlichen Nutzungen, Gemeinderäume und Wohneinheit, werden ablesbar. Aufgrund der optischen und haptischen Qualitäten der sichtbaren Betonoberflächen, des Kupfers und der Holzfenster können die restlichen Ausbaugewerke wie Wand- und Bodenbeläge sowie die Innentüren sehr einfach und kostengünstig ausgeführt werden, ohne dass gestalterische Kompromisse eingegangen werden müssen.
Die Gestaltung des Außenraums vermittelt zwischen den unterschiedlichen Niveaus des Eingangsbereichs der Kirche, des Neubaus sowie der Gemeinderäume im Untergeschoss der Kirche. Durch eine barrierefreie Wegeverbindung der verschiedenen Nutzungen wird der zwischen Kirche und Neubau aufgespannte Außenraum gegliedert. Vor den Eingangsbereichen entstehen kleine Gemeindeplätze mit hoher Aufenthaltsqualität.